In 10 Schritten zum eigenen Blog

Du willst deinen eigenen Blog einrichten, hast aber keine Idee wie man das technisch umsetzt? Hier zeigen wir dir die 10 ersten Schritte zum eigenen Blog.

Du kennst dich in einem Thema richtig gut aus und hast Spaß Artikel zu schreiben und mit anderen zu teilen? Du hast vielleicht auch schon eine Idee wie du die Seite thematisch aufbaust oder sogar wie du deine „Marke“ platzieren möchtest? Alles, was dir jetzt noch fehlt ist der eigene Blog? Aber du fragst dich „Wie starte ich meinen eigenen Blog“? Kein Problem, ich will dir hier zeigen, wie du in 10 Schritten zur eigenen Blog-Webseite kommst.

Ich werde hier einige technische Begriffe nutzten. Aber keine Angst, alles wird erklärt. Ich finde es nur wichtig, dass man den Fachbegriff auch gehört hat.

Als Programm für den Blog nutze ich WordPress. WordPress ist der Marktführer für Blogs, da es a) kostenlos ist und b) sehr viele Funktionen bietet und trotzdem leicht zu bedienen ist.

Selbst machen oder machen lassen?

Bevor du deinen Blog starten kannst, braucht du einen Webserver. Das ist ein Computer, der deine Webseite an deine Besucher überträgt. Hier kannst du 2 Wege einschlagen:

  • Starte einen eigenen Blog bei WordPress.com
  • Eröffne eine eigene Seite und installieren WordPress darauf

Startest du einen Blog auf WordPress.com, dann übernimmt der Anbieter technisch alles für dich. Das Programm ist installiert, Aktualisierungen kommen automatisch und auch die technischen Abläufe im Hintergrund können dir egal sein.
Das Ganze hat aber auch ein paar Nachteile: Du kannst nicht alle Themes (Also ein Paket mit Einstellungen, wie deine Webseite aussieht) und Plugins (Kleine Zusatzprogramme für deinen Blog) installieren. Außerdem ist deine Seite nur über eine Adresse meinblog.wordpress.com erreichbar.

Eröffnest du deinen Blog selbst, hast du am Anfang etwas mehr Arbeit. Dafür hast du die volle Freiheit für deine Seite. Außerdem kannst du dir eine tolle Adresse wie www.mein-super-blog.de (Ja, die Seite wäre sogar noch frei) holen und die Seite darüber aufrufbar machen.

Klar, ist der Einstieg bei WordPress.com leicher. Aber die ersten Schritte sind wirklich nicht schwer und die Vorteile der vollen Freiheit und vorallem der eigenen Adresse überwiegen in meinen Augen den Mehraufwand. Ich werde daher hier weiter beschreiben, wie du deinen Blog auf eigene Faust startest.

Web-Hoster aussuchen

Du wirst zwar deine WordPress-Seite selbst betreiben, aber einen eigenen Server in den Keller stellen, ist das doch etwas übertrieben. Du brauchst also einen Web-Hoster. Also eine Firma, die Webserver betreibt und dir einen vermietet.

Anbieter gibt es mittlerweile recht viele, was den Markt unübersichtlich macht. Große und bekannte Anbieter und z.b. 1und1, All-Inkl., Strato oder DomainFactory.
Meine Seite betreibe ich über WebhostOne:
Webhosting, Managed Server, Domains - jetzt günstig auf www.webhostone.de
(* Partnerlink)

Meistens bieten die Hoster Webhosting, Managed Server und Root-Server an. Beim Webhosting teilst du dir den Server mit hunderten oder tausenden anderen Kunden einen Server. Das ist langsamer, aber dafür sehr günstig. Gerade am Anfang oder wenn du nicht viele Besucher hast, ist das die Wahl. Managed Server oder Root-Server sind dann Systeme, auf denen nur deine Seite läuft. Dies Systeme werden dann für dich verwaltet (Managed Server) oder du kümmerst dich komplett um alles (Root-Server). Das alles wird aber erst interessant, wenn du mehrere tausende oder zehntausende Besucher pro Tag hast.

Das ganze muss nicht viel Geld kosten. Ein paar Euro pro Monat reichen (Aber sollten es auch sein).

Was genau muss dein Anbieter können und bieten?

Speicherplatz

Hier muss alles untergebracht werden: Deine Texte, deine Bilder, E-Mails. Mit 25GB oder mehr bist du auf jeden Fall gut bedient.
Manche Anbieter rechnen E-Mails in den Speicherplatz mit rein, andere haben dafür eigenen Speicher. Wenn du dir nicht sicher bist, frage beim Anbieter deiner Wahl nach.

Scriptsprachen

WordPress und andere Programme sind in bestimmten Programmiersprachen geschrieben. Diese muss dein Anbieter verarbeiten können. Sonst funktioniert deine Seite nicht. Für WordPress heißt die Sprache PHP. Das ist ein Muss. Wenn du dir nicht sicher bist, frage beim Anbieter vorher nach. Wichtig ist auch, dass die günstigsten Pakete manchmal sehr abgespeckt sind und z.B. PHP nicht können.

Datenbank

Eine Datenbank ist ein weiteres Programm in dem Daten in einer bestimmten Form abgelegt und ausgelesen werden. WordPress benötigt dies um Informationen, wie Beiträge, Benutzer, Kommentare usw. abzulegen. Hier solltest du mindestens 2 Datenbanken im Paket haben. Eine für WordPress und noch eine für z.b. eine Besucheranalysesoftware.

Domain

Deine Seite braucht eine Adresse. www.mein-toller-blog.de oder etwas ähnliches. Die Domain ist deine Visitenkarte, da deine Benutzer entweder die Adresse eintippen oder auf einen Link mit diesem Titel klicken.
Eine Domain ist meistens inklusive. Wichtig: Die Inklusivdomains gelten nicht für alle Endungen. Häufig genutzte Endungen, wie .de, .com, .net, .org, .info, .biz, .eu, .ch, .at sind dabei. Willst du zum Beispiel die Adresse www.mein-toller.blog haben, dann musst du dafür zahlen. Jede Endungen kosten je nach Anbieter unterschiedlich. Auch hier gilt, Frage wenn du dir unsicher bist.

SSL-Zertifikat

Ein SSL-Zertifikat benötigst du, damit deine Besucher deine Seite verschlüsselt aufrufen können. Das ist einerseits gut, da niemand den Datenverkehr mitlesen kann (Und du damit dich und deine Besucher besser schützt). Außerdem bestraft Google Seite ohne Verschlüsselung indem es solche Seiten in den Ergebnissen weiter hinten auflistet.
Vor ein paar Jahren war das noch recht teuer und aufwendig. Aber seit kurzem gibt es mit dem Anbieter „Let’s encrypt“ die Möglichkeit kostenlose SSL-Zertifikate zu bekommen. Viele Hoster binden diese auch komplett für dich ein. Du musst meistens nur noch einmal das Zertifikat anfordern und der Hoster macht alles weiter für dich.
Prüfe, ob dein Anbieter SSL-Zertifikate von Let’s Encrypt anbietet oder frage bei ihm nach.

Datensicherung/Backup

Dein Anbieter muss deine Seite sichern. Das ist wichtig, wenn ein technisches Problem auftritt. Aber auch, wenn du einen Fehler gemacht hast und einen alten Stand wieder benötigst. Ein guter Anbieter sollte mindestens ein am Tag deine Seite sichern.
Wichtig auch hier: Wenn du einen Fehler gemacht hast und benötigst ein Backup zurück gespielt, dann ist das oft kostenpflichtig.

Es gibt noch viele andere Themen, auf die man achten kann. Aber ich denke mit den Punkten hier hast du das wichtigste geklärt.
Außerdem ist deine Entscheidung nicht für immer festgelegt. Der Wechsel zu einem anderen Anbieter ist kein Hexenwerk und wenn deine Seite schnell viele Besucher hat, kann man eigentlich immer kostenfrei in hochwertigere (und teurere) Pakte wechseln.

Web-Paket bestellen

Hast du dir deinen Hoster ausgesucht und dich für ein Paket entschieden, kann es los gehen.
Bei WebhostOne wäre das Paket „Single-App“ ein guter Start. Das Paket bringt alles mit, was du für einen Blog brauchst.

Klicke auf „Bestellen“ und bei den meisten Anbietern wirst du durch den Bestellprozess geführt. Du musst deine Anschrift angeben. Das hat rechtliche Gründe, da dein Hoster deine Anschrift preisgeben muss, wenn jemand rechtlich gegen deine Seite vorgehen möchte. Außerdem verlangen die Verwalter von Domains einen Kundenansprechpartner.
Außerdem muss du eine Kreditkarte oder Bankkonto angeben, damit die Hostinggebühren abgebucht werden können.
Bei einer Zahlung mit Kreditkarte, muss du unbedingt sicherstellen, dass die aktuelle Kartennummer hinterlegt ist und die Karte gültig ist. Ist deine Karte abgelaufen und dein Anbieter kann das Geld nicht einziehen, kannst du deine Domain verlieren. Das wäre sehr ärgerlich.

Ist der Bestellprozess durchlaufen, bekommst du eine E-Mail mit allen weiteren Informationen. Dein Webspace ist zum Zeitpunkt der E-Mail schon voll funktionsfähig und kann genutzt werden.

Domain buchen

Während des Bestellprozesses kannst du auch deine Domain aussuchen und dazu buchen. Willst du dies erst später erledigen oder konntest dich nicht für eine Domain entscheiden, kannst du das über die Kontoverwaltung oder Kundencenter nachholen.

Bevor du die Domain buchen kannst, musst du prüfen, ob die sie frei ist. Gebe dazu die Domain ein (achte hier auch die korrekte Rechtschreibung!) und dann auf Prüfung. Wenn die Domain noch nicht vergeben ist, kannst du diese buchen.

Nach der Bestellung kann es ein paar Stunden dauern bis diese registriert ist und für dich verfügbar ist.

Datenbank einrichen

Klingt jetzt erstmal sehr technisch. Keine Angst! Bei den meisten Anbietern sind das 2-3 Klicks. In deiner Verwaltungseite gibt es einen Links oder Abschnitt „Datenbanken“ und dort einen Button oder Link „Hinzufügen“ oder „Neue Datenbank“.
Folgende Informationen benötigst du von deiner Datenbank:

  • Datenbankname
  • Server
  • Benutzername
  • Passwort
  • Datenbankname bekommst du meistens vorgegeben. Das kann auch ein ganz komischer Name wie ba2220d2 sein. Das liegt dann an der Art wie dein Anbieter Server und Datenbank intern benennt und einrichtet.
    Der Server wird dir vom Hoster genannt. Entweder gibt es hier einen bestimmten Namen, den du angeben musst oder der Server lautet „localhost“ oder „172.0.0.1“. Das heißt einfach nur, dass die Datenbank auf dem gleichen System läuft wie deine Webseite. Auch hier kannst du den Support fragen, wenn etwas unklar ist.
    Benutzername kann dir vom Hoster vorgegeben werden. Dann einfach diesen notieren.
    Das Passwort legst du selbst fest. Nimm ein möglichst schwer zu erartenes Passwort mit vielen Zeichen, Buchstaben und Sonderzeichen. Du musst das bei der Installation auch nur einmal eingeben und dann nie wieder.

    E-Mail einrichten

    Du solltest am Anfang am besten auch gleich eine E-Mail-Adresse für deine Seite einrichten. Damit trennst du deine „geschäftlichen“ E-Mails von deinen privaten. Außerdem ist es für deine Besucher besser verständlich, wenn sie an kontakt@meine-tolle-seite.de mailen als an max.mustermann@gmail.com oder noch schlimmer powerdream85@web.de
    Den entsprechenden Abschnitt dazu solltest du auch in deiner Verwaltung finden. Dort sollte dann ein Knopf „E-Mail einrichten“ oder ähnliches sein.

    WordPress herunterladen

    Viele Anbieter bieten mittlerweile so genannte 1-click-Installationen an. Dort wählst du einfach „WordPress installieren“ und der Hoster regelt alles im Hintergrund für dich. Wenn dein Anbieter das hat, nutzte es am besten. Damit entfallen einige der nächsten Schritte.

    Bietet dein Anbieter das nicht an, musst du selbst ran.
    Gehe auf de.wordpress.org. Dort findest du die deutschsprachige Seite rund um WordPress und kannst dort gleich die Software in Deutsch herunterladen. Klicke dazu oben auf den Link „Hol dir WordPress“ und auf der nächsten Seite auf „WordPress x.y.z herunterladen“ (x.y.z. ist die gerade aktuelle Version).
    Speichere die Datei auf der Festplatte.
    Danach entpackst du diese Datei (Rechtsklick auf die Datei und „Alle extrahieren“ wählen).

    Dateien hochladen

    Das ist der unangenehmste Schritt in dieser Anleitung, da du vermutlich vorher noch nie etwas von FTP gehört hast.
    Im Prinzip ist das alles aber halb so wild:
    Du benötigst ein Programm mit dem du die Dateien auf deinen Server hochladen kannst. Ich empfehle hier Filezilla. Einfach die Installationsdatei herunterladen und auf deinem Rechner installieren.
    Wenn du das Programm startest, kannst du oben Server, Benutzername und Passwort eingeben. Den genauen Servernamen sollte dir dein Hoster mitteilen. Benutzername und Passwort sind der FTP-Benutzer und das dazugehörige Passwort. Auch hier gilt: Wenn du unsicher bist, frag‘ einfach.

    Wenn du verbunden bist, kannst du im mittleren Bereich in der linken Hälfte den Ordner öffnen, in dem deine entpackten WordPressdateien liegen.
    Kleiner Tipp noch: Lege dir für WordPress einen Unterordner an. Dann kannst du deinen Speicher etwas besser aufteilen, falls du später noch weitere Seiten oder andere Programme installieren willst. Klicke dazu im mittleren Bereich in die rechte Hälfte mit der rechten Maustaste und dann „Verzeichnis erstellen“. Jetzt benenne den Ordner (Z.b. WordPress oder mein_blog) um. Hier musst du nur in deiner Verwaltungsoberfläche einstellen, dass www.meine-tolle-seite.de auf einen anderen Ordner verweist. Hier kann dir dein Hoster helfen.
    Markiere alle Ordner und Dateien und klicke sie mit rechts an. Wähle dann „Hochladen“ und warte bis die Liste unten abgearbeitet ist.

    So, das war es auch schon. Wie gesagt: Das machst du nur einmal.

    WordPress installieren

    Jetzt, wo du alle Vorarbeiten erledigt und die WordPressdateien hochgeladen hast, kannst du dich an die Einrichtung machen.

    Öffne deine Webseite im Browser. Also zum Beispiel www.meine-tolle-seite.de. Jetzt erscheint ein Einrichtungsassistent. Lese die Einleitung und klicke auf weiter.

    Die nächste Seite handelt die Datenbankverbindung ab:
    Den Datenbanknamen hast du vom Hoster bekommen. Benutzername und Passwort solltest du bei der Einrichtung bekommen haben bzw. angelegt haben.
    Gleiches gilt für den Host (Das war das Thema mit einem bestimmten Server oder localhost bzw. 127.0.0.1).
    Das Tabellenpräfix wp_ kannst du so lassen. Das bedeutet einfach, dass WordPress für jede Tabelle, die es anlegt, vor dem Namen ein wp_ setzt. Das war früher wichtiger, da man gerne mal mehrere Anwendungen auf eine Datenbank gebracht hatte. Heutzutage eher unwichtiger, aber es kann auch nicht schaden. Außerdem hast du keinen Mehraufwand davon.

    Danach sollte eine Erfolgsmeldung erscheinen. Diese kannst du mit „Installation durchführen“ bestätigen.

    Jetzt kommen wir der Sache näher:
    Wordpress will deinen Seitentitel haben. Also wie dein Blog heißt. Dieser Titel steht groß oben auf der Seite und wird auch auf den Registern im Browser angezeigt. Außerdem ist dass der Name, der in Google und Co. für deine Seite genannt wird.
    Benutzername und Passwort sind für deinen Zugang. Nutze hier bitte ein langes und sicheres Passwort. Jeder der das Passwort erraten kann, hat vollen Zugriff auf deine Seite.
    Auch hier ein Tipp von mir: Ändere dein Passwort regelmäßig.
    Die E-Mail-Adresse kann deine eigene sein oder die Adresse, die du für diese Seite angelegt hast.
    Die Frage nach der Sichtbarkeit für Suchmaschinen ist wichtig, wenn du etwas länger deine Seite aufbauen willst. Ist der Haken gesetzt, kann Google deine Seite sofort durchsuchen. Willst du das erstmal nicht, lasse den Haken weg.

    Klicke jetzt auf „WordPress installieren“. Kommt die Meldung „Installation erfolgreich“, bist du fertig.

    Klicke auf „Weiter“. Dann erscheint ein Anmeldefenster, in dem du deinen Benutzername und das Passwort von gerade eingeben kannst.

    Herzlichen Glückwunsch! Du hast erfolgreich deinen Blog eingerichtet.

    Verschlüsselung einrichten

    Wir hatten weiter oben schon darüber gesprochen: Heute wird eigentlich schon fast verlangt, dass deine Seite verschlüsselt (Also mit SSL) übertragen wird. Hierzu kannst du dir bei vielen Anbietern ein Zertifikat von Let’s Encrypt holen und in deine Seite einbinden. Wie das geht, erklärt dir dein Hoster. Du musst eigentlich wenig dafür tun, da das meiste automatisch abläuft.

    Danach kannst du deine Seite über https://www.meine-tolle-seite.de aufrufen.

    So, ich hoffe das hat dir bei den ersten Schritten zu deinem eigenen Blog weitergeholfen. Wenn du noch Fragen oder Anregungen hast, kannst du das gerne in die Kommentar schreiben.

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